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KraichgauREGIOplus Mai 2014 epaper

18 KraichgauRegioplus 19 Aus der Region „Dem Vergessen entrissen“ Jüdisches Leben im Kraichgau Der Kraichgau verfügte in der Mitte des 19. Jahrhunderts über die größte Anzahl an jüdi- schen Gemeinden in Baden. Aufgrund des Gleichstellungsgesetzes von 1862, das Juden die freie Berufswahl und die Wahl des Wohnortes garantierte, zogen viele jüdische Familien in die umliegenden Großstädte Mannheim, Karlsruhe oder Heidelberg. Das jüdische Leben im Kraichgau verlagerte sich fortan auf Gemeinden wie Bretten, Eppingen, Sinsheim oder Wiesloch. Nach der Macht- ergreifung der Nationalsozialsten 1933, folg- ten Ausgrenzung und Vernichtung. Seither gibt es im Kraichgau keine jüdischen Ge- meinden mehr. Der 2008 gegründete Verein Jüdisches Leben Kraichgau e.V. macht es sich zur Aufgabe, das vielfältige jüdische Kulturerbe in unserer Region zu bewahren. Ein besonderes Anliegen ist ihm dabei der Aufbau von per- sönlichen Beziehungen zu den Überlebenden und deren Nachkommen. In enger Koope- ration und Partnerschaft mit Schulen, Kom- munen, Vereinen und Unternehmen wurden seither viele Projekte im Bereich der Erin- nerungsarbeit und Vermittlung jüdischer Kultur realisiert. Die Volksbank Kraichgau Wiesloch-Sinsheim unterstützt bereits von Anfang an die Aktivitäten des Vereins und war in den vergangenen Jahren u. a. bei den nachfolgenden Veranstaltungen bzw. Projek- ten eng miteingebunden.. Die Deutschlandpremiere dieses Films im September 2009 in Sinsheim war ein Novum. Der Film erzählt das Leben der Brüder Manfred und Heinz Mayer aus Hoffenheim. Sie wurden in der NS-Zeit aufgrund ihrer jüdi- schen Herkunft aus dem Kraichgau ins süd- französische Gurs deportiert und dort von ihren Eltern getrennt. Beide Kinder überlebten die Schoah, änderten nach dem Krieg ihre Namen und lebten für viele Jahre getrennt jeweils als Fred Raymes in den USA und Menachem Mayer in Israel. Das Wiedersehen sollte Jahrzehnte dauern. Ihre Lebensge- schichte veröffentlichten sie zunächst im dem Buch „Aus Hoffenheim deportiert – Menachem und Fred“, daraus entstand dann der gleichnamige Film, der auf der Berlinale 2009 mit dem „Cinema for Peace-Award“ ausgezeichnet wurde. Filmpremiere „Wiedersehen in Hoffenheim – menachem&fred“ Deutschlandpremiere im Sinsheimer Citydome mit dem deutschen Produzenten Jens Meurer (links), Dr. Rüdiger Hopp, Dr. Menachem Mayer und Fred Raymes, Lydia Raymes sowie den beiden israelischen Regisseurinnen Ofra Tevet und Ronit Kertsner.

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